AUS DER PRAXIS

Situative Rollenbefragung

Aus einer Geschichte wird eine Hauptfigur bestimmt.

Ein Kind aus der Klasse setzt sich auf einen Stuhl und präsentiert so diese Figur.

Die Lehrkraft liest den Text der Geschichte bis zu jener Stelle, an der eine situative Rollenbefragung statt finden soll und bricht dann ab (szenische Leerstelle).

Die Mitspielenden treten nacheinander hinter den Stuhl, auf dem das Kind sitzt und sprechen einen Satz, den diese Figur in dieser Situation gerade denken könnte. Wenn sich alle, die wollen, hinter der Hauptfigur aufgestellt und ihren Gedanken ausgesprochen haben (Wiederholungen sind nicht zulässig), zeigt die Lehrkraft abwechselnd auf die einzelnen Kinder, die auf dieses Zeichen hin ihren Satz, auch mehrmals hintereinander, wiederholen. So entsteht ein Stimmenorchester oder eine Stimmenskulptur, je nachdem, wie viel Interpretationstalent die Kinder bei ihren Vorträgen beweisen.

Das Kind auf dem Stuhl hört zu und entscheidet, welche Gedankensätze nach vorn (stimmen mit dem eigenen Denken überein), nach hinten (widersprechen dem eigenen Denken) und in die Mitte (Entscheidung nicht möglich) gerückt werden.